Kulturelle Identität

Themen

  • culture and perception
  • culture and free choice
  • culture and influence on personality
  • culture and beliefs
  • culture and freedom
  • culture and tolerance
  • culture and cooperation
  • culture and humanism
  • culture and family
  • culture and behaviour
  • practice-realted insights

    @culture and perception

    Wie entsteht eigentlich Kultur? Und welchen Einfluss hat sie auf uns? Bei Sigmund Freud prägt die Kultur das Über-Ich. Die Neurobiologie hat den limbischen Cortex als Zentrum kultureller Prägung lokalisiert. Aber was heißt das für unsere erlebte Realität? Wahrscheinlich erstmal Komfort- und Wohlfühlzone, wenn ich mich in meinem eigenen Kulturkreis aufhalte, aber auch Verwirrung, Unsicherheit und vielleicht auch soziale Ängste, wenn ich fühle oder mich der Vorstellung hingebe, mein mir vertrauter Kulturkreis bröselt. Also ist Kultur ein Teil unserer emotionalen und realen Erlebniswelt. Inuits haben siebenundzwanzig unterschiedliche Begriffe für Schnee. In ihrer Kultur überlebenswichtig für die Jagd und die Ernährung ihrer Familien. Die junge Schwedin fühlt sich geschmeichelt, als sie der Tuareg auf ihre leuchtend blauen Augen anspricht, ohne zu wissen, dass in der Wüste weibliche Dromedare mit blauen Augen als besonders stur und hinterhältig gelten.
    Es gibt unzählige Beispiele, die wir meinen durch unsere Sinneswahrnehmung objektiv zu bestimmen, die aber je nach Kultur völlig unterschiedlich interpretiert werden. Daher sind kulturbeeinflusste Verhaltensweisen und ihre Wertungen immer subjektive Wahrnehmungen. Alle bekannten Erklärungsmodelle sind durch unsere abendländische Denkweise und Philosophien geprägt. Uns sind keine asiatische, orientalische oder afrikanische interkulturelle Forschung bekannt.

    #michael

    @culture and free choice

    Über unsere Kultur können wir nicht frei entscheiden. Im Augenblick unserer Geburt sind wir bereits Teil einer Kultur, ob wir wollen oder nicht. Wir werden als Amerikaner, Engländer, Deutsche, Japaner oder als Staatsbürger irgendeiner anderen Nationalität geboren. Wir kommen als Frau oder Mann zur Welt und haben auch kein Mitbestimmungsrecht bei der Auswahl unserer Familie, deren Teil wir durch die Geburt werden. Keine Wahlmöglichkeiten, Kultur wird uns alternativlos (mit)gegeben. Die Zeit der Kindheit und Ausbildung ist entscheidend für unsere kulturelle Prägung. In dieser Entwicklungsphase bis zu unserem 25. Lebensjahr wird das kulturelle Betriebssystem programmiert.
    Unsere Erziehung, unsere Ausbildung, die Wahl unserer Freunde, das Klima, unsere Berufswahl, das Unternehmen, das uns einstellt. All das beeinflusst unsere kulturelle Prägung als Teil unserer Persönlichkeit.

    #michael

    @culture and influence on personality

    Unsere Erziehung, unsere Ausbildung, die Wahl unserer Freunde, das Klima, unsere Berufswahl, das Unternehmen, das uns einstellt. All das beeinflusst unsere kulturelle Prägung als Teil unserer Persönlichkeit.Ich erinnere mich an schwarze Farmerarbeiter in Namibia. Wenn es Montags Lohn gab, waren sie danach solange verschwunden, bis ihr Lohn aufgebraucht war. Keiner wäre auf den Gedanken gekommen, mit Geld in der Tasche arbeiten zu gehen. Verantwortungslos? disziplinlos? Für westliche Maßstäbe sicherlich, für Afrikanische ganz und gar nicht. „Achte gut auf diesen Tag, denn er ist das Leben. Das Gestern ist nur ein Traum und das Morgen eine Vision, das Heute jedoch-achtsam gelebt- macht jedes Gestern zu einem Traum voller Glück und jedes Morgen zu einer Vision voller Hoffnung“

    #michael

    @culture and beliefs

    Eine Studie der Friedrich Ebert Stiftung aus 2011(FES 2011) zeigt, 42% aller Deutschen glauben, dass ´manche  Kulturen anderen Kulturen überlegen sind`. (Zum Vergleich: England 20%,Frankreich 29%, Italien 29%, Niederlande 39%, Polen 49%). Also, glauben wir an qualitative Unterschiede der einzelnen Kulturen. Was meinen wir eigentlich, wenn wir von Kulturen sprechen? Kulturen sind nichts anderes als Glaubens-und Wertvorstellungen einer Gemeinschaft, die sich dann im Verhalten der einzelne Mitglieder ausdrücken. Das trifft für die Mafia ebenso wie für Nationalstaaten zu. Anthropologisch betrachtet, bringen wir Sapiens keine natürlichen Instinkte mit, die uns die Zusammenarbeit mit grossen, anonymen Gruppen ermöglicht. Gesellschaftliche Normen, die uns zusammenhalten, haben ihren Ursprung weder in angeborenen Instinkten noch in persönlichen Beziehungen, sondern in gemeinsamen Mythen, Glaubens- und Wertvorstellungen. Und dafür haben unsere Vorfahren eine fiktive Sprache entwickelt. Den Baum vor unserer Haustüre können wir sehr genau beschreiben, und ich denke, es wird keine unüberbrückbaren Streitigkeiten in der visuellen oder verbalen Beurteilung geben. Begriffe wie Freiheit, Gleichheit, Verantwortung sind da schon eine andere Nummer. Die Entwicklung einer fiktiven Sprache war notwendig um grössere Gemeinschaften auf der Grundlage von Wertesystemen zu bilden und vor allem zusammenzuhalten.

    #michael

    @culture and freedom

    Während die USA Freiheit als den geringst möglichen Einfluss des Staates auf seine Bürger interpretiert, sowie den Schutz des individuellen Eigentums (notfalls mit Waffengewalt), haben Europäer eine deutlich andere Definition von Freiheit. Unser Freiheitsverständnis beruht auf dem Verteilen von Macht und Verantwortung auf möglichst alle relevanten gesellschaftlichen Gruppen. Wir sind von allgemein gültigen Grundsätzen überzeugt, nicht unbedingt weil sie der Weisheit letzter Schluss sind, sondern weil sie soziale Koexistenz aller Individuen möglich macht.Ebenso die Begrifflichkeit der Gleichheit. Wir Europäer verstehen unter Gleichheit, die gleichen Möglichkeiten für alle Gesellschaftsschichten, was Gesundheitsversorgung, Bildung und soziale Sicherung angeht. Für Amerikaner undenkbar. Gleichheit beschreibt bestenfalls die Gleichbehandlung vor dem Gesetz. Auch wenn wir in unserer fiktiven Sprache die gleichen Begriffe verwenden, sind die damit verbundenen Werte völlig unterschiedlich. Und das schon in der westlichen Welt. Ganz zu Schweigen in der Kommunikation mit anderen kontinentalen Kulturkreisen im eurasischen Raum oder Asien. Die Freiheit von der Herr Gauck spricht, liegt eine andere (Werte)definition zugrunde, die der russische Kulturkreis ihr zuteil. Nur in den Fragen der eigenen kulturellen Werte sind wir doch eher intolerant, ganz zu Schweigen die Werte des anderen wertzuschätzen und sich mit ihnen auszusöhnen.

    #michael

    @more about freedom

    Bleiben wir noch einen Augenblick bei der Freiheit. Individuelle Freiheit ist geprägt von der Option eines jeden Einzelnen sein Lebenskonzept selbstbestimmt frei zu wählen. Im engeren Sinn ist das die philosophische Freiheit des Willens (Willensfreiheit). Die Neurobiologie/ Hirnforschung geht da differenzierter vor. Der Wille ist das Konzentrat unserer Wünsche und Motive, also Teil unseres mittleren und oberen limbischen Systems, in dem unser (Un)bewusstsein und (Vor)bewusstsein entsteht. Gegen unsere eigenen Motive und Wünsche zu handeln ist widersinnig. So gesehen kann es keine Willensfreiheit jenseits des Handelns aus eigenen Motiven geben. Ist dann aber Freiheit nur eine Illusion?

    Es gibt zwei Ansätze, die mich weitergebracht haben. Der Wiener Psychoanalytiker Viktor Frankl hat Mitte des 20.Jhrdt erkannt: „Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem  Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit“. Die buddhistische Psychologie kommt genau zu der gleichen Erkenntnis (bestätigt von der neueren Hirnforschung-Wie das Gehirn die Seele macht, Roth & Strüber 2014). Meditation ist das bewusste Streben in diesen Raum einzudringen. Das bewusste Innehalten („learn to stop“), Stille und Leere zulassen, seine eigenen Gedanken beobachten, ist der Beginn von (Willens)Freiheit.

    #michael

    @culture and tolerance

    `Culture is a little like dropping an Alka-Seltzer into a glass — you don’t see it, but somehow it does something.´ Das Zitat (nur in englisch gefunden) von Hans Markus Enzensberger erklärt die diffusen Wahrnehmungen, die wir haben, wenn wir mit kulturelle Unterschiedlichkeiten umgehen sollen.  Engländer und Amerikaner haben aufgrund ihrer Geschichte eine ausgeprägte „inter-kulturelle“ Sensitivität. Unterschiede werden wahrgenommen, akzeptiert, häufig adaptiert und ihre Stärken in die Gemeinschaft integriert.Viele andere Nationalitäten (wie wir Deutschen) haben da eine „intra-kulturelle“ Sichtweise. Unterschiede werden ignoriert, minimalisiert oder aber man nimmt sie wahr, beurteilt sie aber eher skeptisch oder negativ.Wir Sapiens sind nicht gerade für unsere Toleranz bekannt. In der Geschichte unserer Art reichte schon ein winziger Unterschied in der Hautfarbe, Dialekt oder Religion damit eine Gruppe die andere ausrottete. Die norwegische Akademie der Wissenschaften hat errechnet, dass seit dem Jahr 3600 vor Christus insgesamt 14.513 Kriege stattfanden (Stand 2010). Dabei gab es drei Milliarden 64 Millionen Tote. Nur 292 dieser rund 5600 Jahre waren ohne Krieg. Allein nach 1945 ca.150, bei denen schätzungsweise 50 Millionen Menschen ihr Leben verloren (nur 10% davon waren übrigens Soldaten!)

    Und dennoch haben wir uns seit etwa 45.000 Jahren (Zeitalter der Homo Sapiens) auf die stattliche Zahl von über 7 Milliarden vermehrt. Also ist die (kulturelle) Evolution doch eine grossartige Erfolgsgeschichte. Oder?

    #michael

    @culture and cooperation

    Was unterscheidet uns vom Tier? Wir Menschen haben mit unseren 22.000 Genen weniger als ein Wasserfloh. Unsere genetische Kapazität unterscheidet sich nicht wesentlich von denen der Tiere. Und auch das Verhaltensrepertoire zeigt deutliche Parallelen auf. So sind Tiere ebenso in der Lage verbal und non-verbal zu kommunizieren. Sie zeigen Empathie ähnlich wie der Mensch, und ihr Sozialverhalten ist geprägt durch ihre Lebensumstände. Auch hier zeigen sich deutliche Übereinstimmungen mit menschlichem Verhalten. Allerdings gibt es einen gravierenden Unterschied. Nur wir Menschen sind in der Lage effizient und erfolgreich in (inter-kulturellen) Gemeinschaften zu leben und zu arbeiten. Zumindest habe ich noch nicht gehört, dass Löwen und Leoparden gemeinsam Antilopen jagen. Synergien und Kooperationen unterscheiden uns von anderen Kreaturen auf diesem Planeten. Und das ist umso bemerkenswerter, da beide Verhaltensweisen nicht genetisch veranlagt sind. Die Motivation des individuelle oder gemeinschaftlichen Vorteils schafft (inter-kulturelle) Intelligenz. Oder anders formuliert, wir alle sind zu Kooperationen und Synergien bereit, wenn wir die gleichen Werte- und Glaubensgrundsätze in der Gemeinschaft teilen, oder aber eine persönliche Entwicklung und Fortschritt daraus gewinnen.

    #michael

    @culture and humanism

    Der Homo Sapiens steht an der Spitze der Nahrungskette, in der Glaubensvorstellung des abendländischen Humanismus, einmalig und heilig in seiner menschlichen Natur, die sich grundlegend von der Natur aller Tiere unterscheidet.
    Für Humanisten* ist die einmalige Natur des Homo Sapiens der Mittelpunkt der Welt, der allem, was im Universum vor sich geht, Sinn und Bedeutung verleiht. Das höchste Gut ist das Wohl des Menschen. Der Rest der Welt und alle anderen Lebewesen existieren ausschliesslich, um das Wohl seiner Art zu mehren. Vor diesem Hintergrund bekommt die  fehlende Ernsthaftig-und Nachhaltigkeit  von globalem Umweltschutz, einer weltweiten Wirtschaftsordnung und Sozialordnung eine ganz andere Bedeutung. Stellt sich die zentrale Frage, ob der europäische Humanismus des 19. und 20.Jahrhunderts auch das Modell der Zukunft für unseren Planeten ist? Oder die derzeitigen Konflikte nur der Beginn eines Paradigmawechsels in neues umfassendes, ganzheitliches Werte-und Glaubenssystem ist. Der Beginn einer tektonischen Glaubens-und Werteverschiebung? Die unterschiedlichen Wissenschaftsfelder in der Physik, Chemie, Biologie, Astronomie erkennen, wir sind weder das Zentrum des Universums noch einzigartig als Zivilisation. Wesentliche Eckpfeiler des Humanismus geraten ins Wanken. Und das wird radikale Auswirkungen auf das Verständnis unserer Kulturen haben.

    #michael
    (*Wir können jetzt noch unterscheiden zwischen  liberalen Humanisten, sozialistischen oder evolutionären, aber die Differenzierung spare ich mir in diesem Blog)

    Anmerkung: Nach dieser Humanismus Definition sind „Veganer“ (und Buddhisten) keine Humanisten. Mmmhh, darüber muss ich noch mal nachdenken.

    @culture and family

    42 Tage nach der Befruchtung entsteht die erste Gehirnzelle. 120 Tage später besitzen wir als Embryo bereits 100.000.000.000 Neuronen. Am Tage unserer Geburt haben diese 100 Mrd. Hirnzellen bereits kurzzeitg 15.000 neuronale Verbindungen geknüpft. Der Mensch verfügt bei seiner Geburt über unbegrenzte Talente und Fähigkeiten. Bis zu unserem 18. Lebensjahr verlieren wir davon allerdings wieder die Hälfte. Welche uns bleiben hängt stark davon ab, in welcher Familie wir aufwachsen.
    Die Familie ist kulturüberschreitend die Urform aller Gemeinschaften. Das gilt für die Kulturkreise auf allen Kontinenten. Für Frankreich ebenso wie für den Irak, oder für China ebenso wie für Peru. Die Matrix einer Familiengemeinschaft ist in allen Kulturkreis gleich. Individualität, Autorität, Rollenverständnis in der Familie und ein Regelwerk aus Ge-und Verboten und Ritualen bilden die Grundstruktur.
    Auch wenn häufig der Vater die Autorität der Familie ist (es gibt aber zunehmend Matriarchate), ist er heute auf die „fachliche Autorität“ seiner Kinder angewiesen, wenn es beispielsweise um Wissen und Fähigkeiten in der Computereinstellung geht. Mütter sind häufig das ausgleichende Elemente und halten die Gemeinschaft zusammen. Teil dieser funktionierenden Gemeinschaft zu sein, fällt Teenagern zunehmend schwer, wenn sie mit 15 Jahren ihre eigene Individualität entdecken. Sie stellen das Rollenverständnis und Regelwerk der Gemeinschaft in Frage. Eine Herausforderung für alle Eltern. Ich erinnere mich an meine Jugend, als ich um 19:00 spätestens zu Hause sein musste. Kam ich 15 Minuten später, und mein Vater war zu Hause, konnte ich mich unweigerlich auf eine Strafe gefasst machen. Egal welche Gründe ich für die Verspätung ins Feld führte. War meine Mutter alleine zu Hause, konnte das Argument eines Reifenplattfuss, oder die Tante auf der Strasse getroffen zu haben, häufig die Regel außer Kraft setzten. (war immer eine Frage der Glaubwürdigkeit der Argumentation). Seit Jahrtausenden prägt die Familie wer wir sind, was wir tun und wie wir es tun.
    #michael

    @culture and family

    Die Veränderungen in der familiären Werte- und Grundstruktur ist kulturelle Evolution.
    Nehmen wir Amerika als Beispiel:
    Im Jahr der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung (1776) war der Einfluss des Staates auf die Familie gering. In der Grossfamilie lebten drei oder auch vier Generationen in kleinen lokalen Gemeinschaften zusammen. Wirtschaftliche und politische Entscheidungen fielen, ebenso wie Rechtsprechung und Umsetzung, auf örtlicher bestenfalls regionaler Ebene. Die Machtbasis befand sich in den Strukturen der lokalen Gemeinschaften und der Einzelne war abhängig von diesen Strukturen, die ihm aber gleichzeitig soziale und wirtschaftliche Sicherheit boten.
    Knapp 250 Jahre später haben nationale und globale Marktveränderungen sowie der wachsende Einfluss des Staates auf alle gesellschaftlichen Schichten das Bild der amerikanischen Familie nachhaltig verändert. In der Zwei-Generationen-Familie (3,7 Mitglieder plus Hund oder Katze:-) ) von heute spezialisieren sich die einzelnen Familienmitglieder auf spezifische Wissensgebiete, sind funktional und überregional verknüpft, mobil, und nutzen ihre lokale Kommune als „hub“ für ihr berufliches Netzwerk. Individualität schlägt Gemeinschaft. Wer kennen schon seinen Nachbarn?

    #michael

    @culture and family

    Ist Kultur dynamisch? Kulturell geprägte Normen und Werte wandeln sich im Zeitablauf zumeist nur über mehrere Generationen. Und auch dann bleiben die fest verankerten Wurzeln stabil und nähren den Baum unveränderlich. Lese ich Zitate über das „Deutsche“ von Goethe, Heine, Hebbel oder Schopenhauer erkenne ich das auch heute noch in mir und meinen Mitbürgern. Dennoch haben sich mit der Veränderung des gesellschaftliche Systems auch kulturgeprägte Koordinaten verändert. In der westlichen Welt hat die Entwicklung hin zur kapitalistischen Demokratie die Familie und damit die Gesellschaft wesentlich verändert. Historisch gesehen, haben immer dann Paradigmenwechsel stattgefunden, wenn sich auf zwei wesentliche Plattformen Innovationssprünge vollzogen. Auf dem Gebiet der ENERGIE und KOMMUNIKATION. Vor 150 Jahren stieß Edwin L. Drake in Pennsylvania zum ersten mal auf Erdöl (leider nicht zu seinem persönlichen Nutzen). Der Ölrausch der folgte, hat ein Innovationszeitalter der Mobilität und Produktentwicklung eingeläutet und beeinflusst unser Wirtschafts-und Sozialsystem und Wachstum bis heute entscheidend. (Selbst wesentliche Teile unseres Rentensystem steuerfinanziert sich über Benzin und Dieselverbrauch). Die zweite Komponente war die etwa zeitgleiche Entwicklung des Telefons. Der schnelle überregionale Informationsaustausch revolutionierte die Kommunikationsmöglichheiten und hat ganze Industrien und Finanzsektoren neu erschaffen. Nicht wenige sind überzeugt, dass ein vergleichbarer Impuls und Paradigmawechsel durch die erneuerbaren Energien und durch das Internet der Dinge ausgelöst wird. Die kulturelle Evolution bleibt spannend.

    #michael

    @culture and behaviour

    Steigen wir etwas tiefer in das Spektrum unserer kulturell geprägten Verhaltensweisen ein. Respekt vor mir selbst und Anderen kann ich nur dann entwickeln, wenn ich mich und die Kultur der Anderen wirklich verstehe. Wir lieben es zu reisen, andere Länder kennenzulernen. Zumeist angezogen von den klimatischen Bedingungen (Sonne, Meer, Strand) des Gastlandes reisen wir um die Welt. Im Massentourismus der abgeschotteten Hotelanlagen bleibt aber wenig Initiative die Sitten und Gebräuche anderer Länder kennenzulernen. Und auch als Individualtourist ist der Erfahrungshorizont zumeist auf die „sichtbaren Elemente“, wie beispielsweise Architektur, Kunst, kulinarische Genüsse, Kleidung, Musik, Sprache, Literatur oder Gestik und Mimik, einer Kultur beschränkt. In der Geschäftswelt lernen wir schnell mit den Ritualen und Formalien (wie übergebe ich eine Visitenkarte?, wen begrüsse ich wie und wann?) umzugehen, aber über Wesen und Inhalt der Kultur der ausländischen Geschäftspartners lernen wir wenig oder garnichts. Aber gerade die nicht sichtbaren, versteckten Wesenszüge führen zu den Wurzeln einer fremden Kultur. Für Kommunikation und Verständnis ist es unabdingbar sich mit den Normen und dem Wertesystem einer Kultur zu befassen. Nur dann verstehen wir die Verhaltensweisen und können Respekt und Vertrauen aufbauen.
    #michael

    @culture and behaviour

    Was macht Menschen so einzigartig und unverwechselbar? Wie drücken Menschen ihre Identität aus? Und was macht die Identität von Menschen aus? Zuallererst durch ihre Individualität, die Kombination aus Talenten und Charakter, die sie mitbringen ihr Leben zu meistern. Ob Tischler, Manager oder Universitätsprofessor, wir alle haben besondere Talente und unverwechselbare Charakteren, die unsere persönliche Identität mit bestimmen. Aber auch durch unser gesellschaftliches Rollenverständnis, die Art und Weise, wie wir uns anpassen und auf Andere zugehen, uns auf sie einstellen/einlassen können. Welchen Stellenwert haben Gemeinschaften für uns und wie gehen wir damit um, sind wesentliche Bestandteile unserer persönlichen Identität. Aber was macht unsere Persönlichkeit noch aus? „Was wir tun“ und „Wie wir denken“ sind weitere zentrale Massstäbe unserer Persönlichkeitsbildung. Der Tischler ist sicherlich eher ein Mann der Tat (Aktion), während der Universitätsprofessor als Mann des Wissens die Gesetzmässigkeiten und den theoretischen Unterbau schaffen (Theorie). Aktion und Theorie, Planung und Umsetzung bilden Polaritäten, die unsere persönliche Identität entscheidend mit bestimmen. Die Summe unserer persönlichen Identitäten innerhalb einer Gemeinschaft bildet unsere Kultur ab. Anglo-sächsische Kulturen beispielsweise sind deutlich stärker aktionsorientiert als mediterrane Kulturen, die eher prozessorientiert sind (dazu in einem späteren BLOG mehr). Entscheidend ist, Kulturen prägen Identitäten!

    #michael

    @practice-related insights

    Auf einem Seminar für Cross Culture Teambuilding fragten wir die deutschen Teilnehmer, ihren japanischen Kollegen den `urdeutschen´ Gemütszustand der Gemütlichkeit zu erklären.
    Nach einer halben Stunde sangen alle japanischen Teilnehmer „ein Prosit der Gemütlichkeit“ aber nicht ein Einziger war in der Lage den Begriff oder aber den emotionalen Zustand deutscher Gemütlichkeit, als den Augenblick ohne Zwang und Verpflichtung, zu beschreiben.
    Mit der gleichen Übung baten wir die japanischen Teilnehmer ihren deutschen Kollegen „Omoiyari“ zu erläutern, eine tiefe innere Einstellung zu anderen Menschen, die in keine Begrifflichkeit gefasst werden kann. Es gibt kulturell emotionale Erlebniswelten -unsere Wohlfühlzone- die nicht mit Anderen geteilt werden kann. Hier ist nicht das Verstehen wichtig, sondern einzig und alleine der Respekt voreinander.

    „Wenn wir nicht auf die Gefühle anderer achten, haben wir keine Richtschnur für unser Verhalten“ (Dalai Lama)
    Achte auf deine Gedanken, denn sie bestimmen deine Worte.
    Achte auf deine Worte, denn sie bestimmen dein Handeln.
    Achte auf dein Handeln, denn sie werden zu deinen Gewohnheiten.
    Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie formen deinen Charakter.
    Achte auf deinen Charakter, denn er bestimmt dein Schicksal.
    Und dein Schicksal ist dein Leben.
    #michael
    Anmerkung: hmm…….darüber muss ich jetzt selbst erst mal ne Woche nachdenken!

    Fortsetzung

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